Archiv
Gesellschaft

Public Relation für Terroristen?

18. November 2015

Seit Freitag habe ich ernste Probleme! Probleme mit mir selbst. Sie resultieren aus einem Dilemma, aus dem ich nicht so einfach herauskomme: Bist du zu intelligent oder die anderen zu blöd? Oder beides? Das habe ich manchmal, z. B. hier.

Ich halte mich für Durchschnitt, wenn auch eher im oberen Drittel angeordnet. Daher habe ich Probleme damit, mich für wesentlich intelligenter als der Durchschnitt zu halten. Und ich glaube, dass ein Durchschnitt die Mehrheit abbildet. Daher habe ich genauso viele Probleme damit, die anderen für wesentlich doofer zu halten als mich selbst. Und doch…

Was da in Verbindung mit dem Terroranschlag in Paris seit mehr als vier Tagen abläuft, lässt mich an der Intelligenz meiner Mitmenschen zunehmend zweifeln. Vor allem derer, die als Berichterstatter wesentlich zu einer allgemeinen Meinungsbildung beitragen.

Nein, es geht nicht um Journalistenbashing und Lügenpresse! Es geht darum, ob nicht gerade Journalisten und Moderatoren von Talkshows sich endlich einen Verhaltenskodex erarbeiten sollten, der dem gerecht wird, was ihr Auftrag ist: Information. Aber nicht mehr! Denn Information heißt nicht Information bis ins letzte Detail, zum x-ten Male wiederholt und in x-facher Auflage!

Was seit vier Tagen in den Medien abläuft, ist nur noch das Gegenteil dessen, was die Medien – das sei unterstellt – wollen: Es ist nicht Information, es ist Public Relation für eine Terrorgruppe!

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Nervendes

Vom überzeugten Europäer zum Europagegner?

16. November 2015

Ich bin Europäer! Überzeugter. Und doch…

Es macht mich zurzeit richtig fertig, dieses „und doch…“ an meine Überzeugung anhängen zu müssen. Aber ich frage mich nach allem, was ich in letzter Zeit so erlebe, zunehmend, ob dieses Europa tatsächlich noch „mein“ Europa ist, von dem ich überzeugt bin, für das ich kämpfe.

Leider ist aus politischen Gründen und dem Drang einiger Politiker, sich selbst auf einen Sockel zu stellen, die EU offenbar schneller gewachsen als es für sie gut war. Und dann braucht man nur ein paar Ausnahmesituationen und alles zieht sich wieder auf egoistische und nationalistische Reflexe zurück. Das aber ist nicht „mein“ Europa!

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Nervendes

Der Scheinriese

6. Oktober 2015

Servicewüste Deutschland – eine unendliche Geschichte. Aber anstatt zu lernen, werden alte Denkmuster nur mit neuen Textbausteinen versehen und kompetente Ansprechpartner durch Call-Center und unfähige Ansprechpartner mit Halbwissen ersetzt.

Ich freue mich für die deutsche Telekom, dass in Deutschland zivilisierte Sitten herrschen. Sowohl, was den Umgang miteinander betrifft, als auch das Recht. Ich bin sicher, in den USA, wo sie ja auch „zuhause“ ist, hätten sie in der Zwischenzeit eine Millionenklage am Hals!

Die Telekom – Michael Ende’s Scheinriese aus „Jim Knopf“: Je näher man ihm kommt, desto provinzieller wird der Global Player und schrumpft auf die Größe des Lehrlings des Handwerkers um die Ecke. Was absolut nichts gegen den Lehrling heißen soll! Sondern lediglich den Übergott auf den Teppich holen.

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Amelie, Alexander und

Made in Germany

28. September 2015

»Was sagst Du denn dazu?« Amelie sah mich aus ihren schönen Augen an. Wir saßen wieder in unserer Kneipe und ließen den Abend ausklingen. Sie, wie üblich, beim Würzburger Stein, ich, wie meistens, beim Rioja.

»Wozu denn?« fragte ich scheinheilig. Ich wusste sehr genau, worauf sie anspielte.

»Zu der VW-Affäre, Du Döskopp!« grinste sie zurück. Sie wusste sehr wohl, dass ich wusste, was sie meinte. Und ich wusste, dass sie wusste, dass ich wusste… Wir kannten uns eben schon lange genug.

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Allgemein, Gesellschaft

Domhnach na Fola

27. September 2015

Es war wieder einmal nötig! Ich musste wieder einmal, wenn auch nur kurzfristig und um meine entsprechenden Akkus aufladen zu können, in eine Gesellschaft eintauchen, in der nicht Ellenbogen und Gewinnoptimierung höchstes Ziel täglicher Betätigung sind sondern Craic. Craic (sprich: [kræk]), das steht für Austausch von Neuigkeiten, Tratschen, Spaß haben, Unterhaltung und erfreuliche Gespräche. Gerne bei einem (oder zwei, drei…) Guinness und Jamesons im Pub um die Ecke. Egal um welche Tageszeit. Also ab nach Irland. Diesmal zog es mich in den äußersten Norden. Und dahin kommt man, wenn man nicht einen riesen Umweg über einen wenige Kilometer breiten republikanischen „Korridor“ an Irlands Westküste bei Ballyshannon in Kauf nehmen möchte, nur, indem man mindestens zweimal die Grenze zum Vereinigten Königreich überquert.

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Amelie, Alexander und

der Freie Markt

14. August 2015

»Sag mal – warum gründest du eigentlich keine Firma? Du hast doch immer so tolle Ideen. Statt sie nur zum Gegenstand deiner Romane zu machen, könntest du doch wenigstens einmal versuchen, etwas Sinnvolles zu machen. Ahnung von der Materie hättest du ja genug.« Amelie nippte an ihrem Glas Riesling vom Stein in Würzburg. Warum betonte sie das Wort „toll“ so komisch? Und was meinte sie mit „sinnvoll“?

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Gesellschaft

Deutsche können nicht lachen!

9. August 2015

Auf der Rückfahrt von meinem Termin in Hamburg, über dessen An- und Abreise ich gestern bereits berichtet habe, hat es eine Situation gegeben, die mich sehr nachdenklich gemacht hat. Die Sache an sich mag albern sein. Und ich war auch geneigt, sie mit einem „Schlag ein Ei drüber“ wieder zu vergessen. Und doch ließ es mich nicht ruhen.

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Nervendes

Make-up für die Börse

8. August 2015

Donnerstag musste ich nach Hamburg. Flug oder Bahn? Lufthansa oder Deutsche Bahn AG? Lufthansa hat Vorteile: Flugzeit eine Stunde gegenüber sechs Stunden Bahn – 600%.

Aber wenn man das etwas genauer betrachtet, relativiert sich Manches: Mit Bus und S-Bahn brauche ich exakt 30 Minuten zum Hauptbahnhof. Zum Flughafen eine Stunde, zum Gate weitere 30 Minuten dank der Schlangen vor Gepäckaufgabe und Sicherheitskontrolle. Und dann muss ich mindestens eine halbe Stunde vorher am Check-in sein – bei der Bahn reichen, fünf Minuten – der Weg von der S-Bahn zum Bahngleis. In Hamburg bin ich per Bahn bereits in der Innenstadt – 10 Minuten zum Hotel. Per Flieger kommen nochmals 30 Minuten zusammen, bis man sein Gepäck wieder hat, und nochmals 45 Minuten in die Innenstadt – plus die 10 Minuten zum Hotel. Das heißt: via Lufthansa brauche ich, knapp bemessen und es darf nichts schief gehen, 255 Minuten, mit der Bahn 405 – nur 57% mehr, keine 500%. weiterlesen

Gesellschaft

Demokratur

2. August 2015

Manchmal frage ich mich ernsthaft: »Bist du so blöd oder sind nur die anderen so dämlich?« Und dann gehe ich tief in mich. Nachdem ich dann wieder aufgetaucht bin, stelle ich meistens fest, nichts Besonderes zu sein. Also so wie die meisten anderen auch. Und dann falle ich in tiefste Depressionen. Denn nun finde ich keinen Weg aus dem Dilemma, nicht anders zu sein als andere aber dennoch nicht genauso dämlich wie sie.

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Gesundheit

Wunderheiler

6. Mai 2015

Medizinisches Kabarett

Gestern war für mich ein besonderer Tag! Wenn Sie so mögen, ein Highlight, wie es selten vorkommt. Ich war im Kabarett. Gut – das allein würde mich noch nicht schwärmen lassen, gibt es doch jede Menge gute Kabaretts, und wann immer ich kann, besuche ich sie. Und auch im Fernsehen wird die eine oder andere Perle gezeigt. Gestern aber war alles anders. Und für mich Anlass, darüber zu schreiben.

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