Meine Platon’sche Höhle

Christismus

8. Januar 2015

Christliche Religion

Islamismus ist in letzter Zeit zunehmend thematisiert worden, um Angst vor dem Islam und einer „Islamisierung des Abendlandes“ zu erzeugen. Warum auch immer. Und da frage ich mich: Wenn denn tatsächlich die Angst vor dem Islam der Grund sein sollte, was ganz offensichtlich nicht der Fall ist, wenn man Kommentare von Mitläufern so hört, was, bitte, soll vor ihm geschützt werden?

(Alle folgenden Bibelzitate aus www.bibel-online.net; entnommen: 08.01.15):

 

Gott Vaters, …

»14 Werdet ihr mir aber nicht gehorchen und nicht tun diese Gebote alle 15 und werdet meine Satzungen verachten und eure Seele wird meine Rechte verwerfen, daß ihr nicht tut alle meine Gebote, und werdet meinen Bund brechen, 16 so will ich euch auch solches tun: ich will euch heimsuchen mit Schrecken, Darre und Fieber, daß euch die Angesichter verfallen und der Leib verschmachte; ihr sollt umsonst euren Samen säen, und eure Feinde sollen ihn essen; 17 und ich will mein Antlitz wider euch stellen, und sollt geschlagen werden vor euren Feinden; und die euch hassen, sollen über euch herrschen, und sollt fliehen, da euch niemand jagt. 18 So ihr aber über das noch nicht mir gehorcht, so will ich’s noch siebenmal mehr machen, euch zu strafen um eure Sünden, 19 daß ich euren Stolz und eure Halsstarrigkeit breche; und will euren Himmel wie Eisen und eure Erde wie Erz machen. 20 Und eure Mühe und Arbeit soll verloren sein, daß euer Land sein Gewächs nicht gebe und die Bäume des Landes ihre Früchte nicht bringen.  21 Und wo ihr mir entgegen wandelt und mich nicht hören wollt, so will ich’s noch siebenmal mehr machen, auf euch zu schlagen um eurer Sünden willen. 22 Und will wilde Tiere unter euch senden, die sollen eure Kinder fressen und euer Vieh zerreißen und euer weniger machen, und eure Straßen sollen wüst werden. 23 Werdet ihr euch aber damit noch nicht von mir züchtigen lassen und mir entgegen wandeln, 24 so will ich euch auch entgegen wandeln und will euch noch siebenmal mehr schlagen um eurer Sünden willen 25 und will ein Racheschwert über euch bringen, das meinen Bund rächen soll. Und ob ihr euch in eure Städte versammelt, will ich doch die Pestilenz unter euch senden und will euch in eurer Feinde Hände geben. 26 Dann will ich euch den Vorrat des Brots verderben, daß zehn Weiber sollen in einem Ofen backen, und euer Brot soll man mit Gewicht auswägen, und wenn ihr esset, sollt ihr nicht satt werden. 27 Werdet ihr aber dadurch mir noch nicht gehorchen und mir entgegen wandeln, 28 so will ich euch im Grimm entgegen wandeln und will euch siebenmal mehr strafen um eure Sünden, 29 daß ihr sollt eurer Söhne und Töchter Fleisch essen. 30 Und will eure Höhen vertilgen und eure Sonnensäulen ausrotten und will eure Leichname auf eure Götzen werfen, und meine Seele wird an euch Ekel haben. 31 Und will eure Städte einreißen und will euren süßen Geruch nicht riechen. 32 Also will ich das Land wüst machen, daß eure Feinde, so darin wohnen, sich davor entsetzen werden. 33 Euch aber will ich unter die Heiden streuen, und das Schwert ausziehen hinter euch her, daß euer Land soll wüst sein und eure Städte verstört.   34 Alsdann wird das Land sich seine Sabbate gefallen lassen, solange es wüst liegt und ihr in der Feinde Land seid; ja, dann wird das Land feiern und sich seine Sabbate gefallen lassen. 35 Solange es wüst liegt, wird es feiern, darum daß es nicht feiern konnte, da ihr’s solltet feiern lassen, da ihr darin wohntet. 36 Und denen, die von euch übrigbleiben will ich ein feiges Herz machen in ihrer Feinde Land, daß sie soll ein rauschend Blatt jagen, und soll fliehen davor, als jage sie ein Schwert, und fallen, da sie niemand jagt. 37 Und soll einer über den andern hinfallen, gleich als vor dem Schwert, da sie doch niemand jagt; und ihr sollt euch nicht auflehnen dürfen wider eure Feinde. 38 Und ihr sollt umkommen unter den Heiden, und eurer Feinde Land soll euch fressen. 39 Welche aber von euch übrigbleiben, die sollen in ihrer Missetat verschmachten in der Feinde Land; auch in ihrer Väter Missetat sollen sie mit ihnen verschmachten.« (3. Mose 26, 27-33).

Das könnte, wüsste man es nicht besser, auch einem islamistischen Werbevideo aus dem Netz entnommen sein! Da kann man sich schon einmal fragen, wer mehr zu fürchten ist – Gott oder der Islam. Und genau das ist erwünscht: Gehorsamkeit durch Gewaltandrohung. Wer hat jetzt auch ein Déjà-vu?

Und auch bei seinem Sohn sieht es nicht viel besser aus:

 

… des Sohns, …

»34 Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert.35 Denn ich bin gekommen, den Menschen zu erregen gegen seinen Vater und die Tochter gegen ihre Mutter und die Schwiegertochter gegen ihre Schwiegermutter. 36 Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. 37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert. 38 Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist mein nicht wert. 39 Wer sein Leben findet, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden.« (Matthäus 10, 34-39) »27 Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürget sie vor mir.« (Lukas 19,27)

Ist das der friedliebende Jesus, auf den sich immer bezogen wird? Man beachte die feinsinnige Gegenüberstellung: Mensch – Vater, Tochter – Mutter.

 

… und der Schäfchen Menschenbild

» 22 Und da ihr Herz nun guter Dinge war, siehe, da kamen die Leute der Stadt, böse Buben, und umgaben das Haus und pochten an die Tür und sprachen zu dem alten Mann, dem Hauswirt: Bringe den Mann heraus, der in dein Haus gekommen ist, daß wir ihn erkennen. 23 Aber der Mann, der Hauswirt, ging zu ihnen heraus und sprach zu ihnen: Nicht, meine Brüder, tut nicht so übel; nachdem dieser Mann in mein Haus gekommen ist, tut nicht eine solche Torheit! 24 Siehe, ich habe eine Tochter, noch eine Jungfrau, und dieser ein Kebsweib; die will ich herausbringen. Die mögt ihr zu Schanden machen, und tut mit ihr, was euch gefällt; aber an diesen Mann tut nicht solche Torheit. 25 Aber die Leute wollten ihm nicht gehorchen. Da faßte der Mann sein Kebsweib und brachte sie zu ihnen hinaus. Die erkannten sie und trieben ihren Mutwillen an ihr die ganze Nacht bis an den Morgen; und da die Morgenröte anbrach, ließen sie sie gehen. 26 Da kam das Weib hart vor morgens und fiel nieder vor der Tür am Hause des Mannes, darin ihr Herr war, und lag da, bis es licht ward. 27 Da nun ihr Herr des Morgens aufstand und die Tür auftat am Hause und herausging, daß er seines Weges zöge, siehe, da lag sein Kebsweib vor der Tür des Hauses und ihre Hände auf der Schwelle. 28 Er aber sprach zu ihr: Stehe auf, laß uns ziehen! Aber sie antwortete nicht. Da nahm er sie auf den Esel, machte sich auf und zog an seinen Ort. 29 Als er nun heimkam, nahm er ein Messer und faßte sein Kebsweib und zerstückte sie mit Gebein und mit allem in zwölf Stücke und sandte sie in alle Grenzen Israels.« (Richter 19, 22-29).

» 4Aber ehe sie sich legten, kamen die Leute der Stadt Sodom und umgaben das ganze Haus, jung und alt, das ganze Volk aus allen Enden,  5 und forderten Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die zu dir gekommen sind diese Nacht? Führe sie heraus zu uns, daß wir sie erkennen.  6 Lot ging heraus zu ihnen vor die Tür und schloß die Tür hinter sich zu  7  und sprach: Ach, liebe Brüder, tut nicht so übel!  8 Siehe, ich habe zwei Töchter, die haben noch keinen Mann erkannt, die will ich herausgeben unter euch, und tut mit ihnen, was euch gefällt; allein diesen Männern tut nichts, denn darum sind sie unter den Schatten meines Daches eingegangen.« (1. Mose 19,4-8)

Ein wahrlich christliches Menschenbild: Ein Vater bietet, um einen Fremden zu schützen, gewalttätigen Männern seine Tochter/Töchter/Konkubine zur Vergewaltigung an. Gibt’s solche Stellen im Koran auch?

 

Und das sagt das Bodenpersonal

In der katholischen Theologie gibt es zwei unumstößliche Institutionen: die „Kirchenväter“ und die „Kirchenlehrer“. Nach Wikipedia wird als Kirchenvater »ein christlicher Autor der ersten acht Jahrhunderte bezeichnet, der entscheidend zur Lehre und zum Selbstverständnis des Christentums beigetragen hat.« Zu den so entscheidend zum christlichen (katholischen) Selbstverständnis beigetragen habenden Kirchenvätern zählen Johannes Chrysostomos, der als einer der vier großen frühchristlichen Schriftsteller die christliche Lehre begründete, der heilige Augustinus, dem man als einen der bedeutendsten Kirchenlehrer ansieht, Quintus Tertullianus („Tertullian“), dessen Theologie die frühchristliche Kirche prägte und der heilige Hieronymus, der die Bibel ins Lateinische übersetzte.

»Einige Theologen bekamen den Titel Kirchenlehrer […], da sie einen eminenten Einfluss auf die Theologie der christlichen Kirche hatten. Mit dem Titel Kirchenlehrer wurden nur wenige besonders bedeutende Theologen bezeichnet.« Wichtige Kirchenlehrer waren Thomas von Aquin, Heiliger, und seines Zeichens Patron katholischer Hochschulen, Ambrosius von Mailand, später zum Kirchenvater aufgestiegen und natürlich auch heilig, und der heilige Bonifatius, Missionar und „Apostel der Deutschen“, der in heiliger Mission zahlreiche heidnische Heiligtümer vernichtete und als Dank dafür zum Erzbischof ernannt wurde.

»Die Frau ist ein Missgriff der Natur« (Thomas von Aquin), »[…] des Lebens nicht würdig« (Petrus [Thomasevangelium]) und »[…] ein minderwertiges Wesen, das von Gott nicht nach seinem Ebenbilde geschaffen wurde.« (Augustinus) Sie ist »[…] mit ihrem Feuchtigkeitsüberschuss und ihrer Untertemperatur [ein] körperlich und geistig minderwertiger […] eine Art verstümmelter, verfehlter, misslungener Mann« (Thomas von Aquin) und »[…] muss das Haupt verhüllen, weil sie nicht das Ebenbild Gottes ist.« (Ambrosius) »Die Weiber sind hauptsächlich dazu bestimmt, die Geilheit der Männer zu befriedigen« (Chrysostomos), »Der wesentliche Wert der Frau liegt in ihrer Gebärfähigkeit und in ihrem hauswirtschaftlichen Nutzen.« (Thomas von Aquin) »Es entspricht der natürlichen Ordnung, dass die Frauen den Männern dienen« (Thomas von Aquin); sie sollen »[…] still zuhören und sich ganz unterordnen. Ich gestatte es keiner Frau zu lehren und sich über den Mann zu erheben. Zuerst wurde ja Adam erschaffen, dann erst Eva.« (Augustinus) Wenn sich eine Frau »[…] ihrem Mann, der ihr Haupt [Boss, Anm. d. Autors] ist, nicht unterwirft, ist sie desselben Verbrechens schuldig wie ein Mann, der sich Christus nicht unterwirft.« (Papst Johannes Paul II) »Das ganze [weibliche] Geschlecht ist schwach und leichtsinnig. Sie finden das Heil nur durch ihre Kinder.« (Hieronymus)

»Nichts Schändlicheres gibt es als das Weib, durch nichts richtet der Teufel mehr Menschen zugrunde als durch das Weib.« (Chrysostomos) »Das Weib ist die Einfallspforte des Teufels.«  (Heiliger Anselm von Canterbury) »Wer mit dem Weibe aber verkehrt, der ist der Befleckung seines Geistes so ausgesetzt wie jener, der durchs Feuer geht, der Versengung seiner Sohlen.« (Tertullian) »Auch sie [die Ehe, Anm. d. Autors] basiert auf demselben Akt wie Hurerei. Darum ist es das Beste für den Mann, kein Weib zu berühren.« (Tertullian) Ja wirklich: »Es ist gut, ein Weib nicht zu berühren.« (Paulus) »Würde es nur Erbrechen verursachen, Weiber anzuschauen […] Da wir nicht einmal mit den äußersten Fingerspitzen Kot und Schleim anrühren mögen, warum begehren wir so eifrig das Schmutzgefäß selbst zu umfassen?«  (Heiliger Odo von Cluny)

Soweit Kirchenväter, –lehrer, Stifter und Hüter des Glaubens sowie Heilige, die nicht irren können. Und der gemeine Theologe meint: »Bei der Frau muss schon das Bewusstsein vom eigenen Wesen Scham hervorrufen.« (Clemens von Alexandrinus ) Denn »Frauen haben nicht mehr Hirn als ein Strohputz auf dem Acker, der für die Vogelschau ist hinausgestellt worden.« (Jesuit Georg Stengel) Und daher sind sie »unfähig, Priesterinnen zu sein« (Bischof Edwin Barnes [1995]) und müssen sich gefallen lassen, dass Männer »[ …] diesen Weibern auf die entblößten Brüste scheißen.« (Ulrich Megerle) »Weiber sind von der Natur zum gemeinschaftlichen Genuss bestimmt.« (Kapokrates, Frühchrist und Klostergründer)

Und nur, damit Protestanten nicht meinen, ihr Glaube sei besser als der der Katholiken: Auch der große Reformator, Martin Luther, hatte ein äußerst positives Frauenbild: »Die größte Ehre, die das Weib hat, ist allzumal, dass die Männer durch sie geboren werden.« »Darumb hat das Maidlein ein Punzlein, dass es dem Manne ein Heilmittel bringt.« (Eine schöne Erklärung eines Jungen, einem Mädchen gegeben, aus dem Netz: »Wenn Du auf einen Oberschenkel „Ostern“ und auf den anderen „Weihnachten“ schreibst, dann ist das, was Du zwischen den Feiertagen findest, das, was Luther als Punzlein bezeichnet hat.«)

Und was das Thema Schwangerschaft und Tod im Wochenbett betrifft: »Ob sie sich aber auch müde und zuletzt todt tragen, das schadet nichts, lass’ sie nur todt tragen, sie sind darumb da.« Denn »Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes.« Das werden Schwangere gerne hören, das spricht ihnen Mut zu und wird sie trösten.

 

Wen muss man mehr fürchten?

»In keiner Religion oder Weltanschauung ist die Frau so geachtet und geehrt wie im Christentum«, meinte der katholische Moral-Theologe Bernhard Häring. Etwa so: »11 Ein Weib lerne in der Stille mit aller Untertänigkeit. 12 Einem Weibe aber gestatte ich nicht, daß sie lehre, auch nicht, daß sie des Mannes Herr sei, sondern stille sei. 13 Denn Adam ist am ersten gemacht, darnach Eva. 14 Und Adam ward nicht verführt; das Weib aber ward verführt und hat die Übertretung eingeführt.« (1. Timotheus 2, 11-14)

»Es ist ein Menschenrecht, nach seiner Façon selig zu werden, und wenn man keine Frauen als Priester haben will, dann muss man das so haben dürfen.« (Thorwald Franke, Zeitgenosse).

Ja, da habe ich wohl etwas falsch verstanden! Aber ich finde mich da wohl in bester Gesellschaft wieder:

»Eifersucht, Mord, Selbstmord, Perversionen jeglicher Art, Heuchelei, zahlreiche Frustrationen und Aggressionen, totale Verdinglichung der Frau […] Entwertung der Lebensgemeinschaft von zwei Personen zu lebenslänglichem Gefängnis und Vernachlässigung der Hauptaufgaben der Ehe und der Familie bzw. der verantwortungsvollen Sorge für die Kinder sind einige der zahllosen Früchte der sexualfeindlichen Moral der Kirchen, die ihr destruktives Werk im sexuellen Bereich des Menschen noch heute im Namen Christi und mit allen Mitteln gegen alle Menschen verteidigen.« (Demosthenes Savramis, Theologe)

Und komme nun bitte niemand auf die Idee, zu argumentieren, die Zitate von oben seien „aus dem Zusammenhang gerissen“ oder müssten „interpretiert werden“. Dazu hatte Kirche 2000 Jahre Zeit. Also mehr als viermal so viel, wie Galileo zu rehabilitieren…

Mein Rat an alle, die etwas gegen den Islam haben: Kehrt erst einmal vor der eigenen Haustüre! Denn bei dem, was man so in der Bibel findet, auf der der Glaube des Abendlandes basiert, habe ich weniger Angst vor der Islam- als der Christistisierung des Abendlandes.

 

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